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Dr. Annika Maschwitz

T: 0441-798 2021
E: a.maschwitz(at)schulenberg-institut.de

Forschung und Forschungsergebnisse

In der Gestaltung von Zu- und Übergängen in der Schnittstelle zwischen Hochschulen, beruflicher Bildung und Erwachsenenbildung sehen wir unsere zentrale Aufgabe, der wir auf unterschiedlichen Ebenen nachkommen. In der wissenschaftlichen Arbeit stehen dabei insbesondere die Erfassung bestehender Ansätze zur Kompetenzfeststellung und qualitätsgesicherten Anrechnungsmöglichkeiten sowie die Analyse von Maßnahmen zur heterogenitätsgerechten Weiterentwicklung des Bildungs- und Hochschulsystems im Mittelpunkt. Hierzu werden Forschungsvorhaben, Studien und Projekte vor allem für und mit öffentlichen Einrichtungen durchgeführt.

Zugang für neue Zielgruppen schaffen

Der Zugang für beruflich Qualifizierte zur Hochschule wurde auf Basis eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz von 2009 und der darauffolgenden Umsetzung der Landeshochschulgesetze seit 2010 erheblich erweitert. Eine Reihe beruflicher Fortbildungen führt nun zu einer allgemeinen Studienberechtigung, eine dreijährige Ausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf plus dreijähriger Berufstätigkeit führen zu einer fachbezogenen Studienberechtigung. Dennoch erreichen bislang nur eine geringe Anzahl dieser Zielgruppe die Hochschulen (ca. 3%). Woran liegt dies? Insbesondere daran, dass mit der grundsätzlichen Klärung der Studienberechtigung für Studieninteressierende die Entscheidungen, die für eine Bewerbung auf einen Studienplatz notwendig sind, nicht abgeschlossen sind: Klärung des Studieninteresses, Entscheidung über ein berufsbegleitendes oder grundständiges Studienangebot, Einschätzung der Studienanforderungen, Vergleich mit den persönlichen Arbeits- und Leistungsmöglichkeiten, u. v. m.
In unterschiedlichen Projekten haben wir uns mit verschiedenen Zielgruppen (beruflich Qualifizierte, Personen mit Familienpflichten, Widereinsteiger, etc.) und deren besonderen Anforderungen an ein Hochschulstudium beschäftigt, um Zugänge qualitätsgesichert, aber auch auf die besonderen Bedürfnisse zugeschnitten und vor allem auch begleitet zu ermöglichen.

Übergang an die Hochschule gestalten

Nicht nur den Zugang an die Hochschulen sondern auch den Einstieg in ein Studium erleben beruflich Qualifizierte und auch andere Zielgruppen, bei denen das Studium nicht den Lebensmittelpunkt bildet, anders als Abiturienten. Die ersten Semester sind eine entsprechend zentrale Phase im Studienverlauf, die durch Hochschulen entsprechend gestaltet werden können und müssen. In verschiedenen Projekten (auch unter unserer Beteiligung) sind dazu in den letzten Jahren Ansätze und Maßnahmen (Brückenkurse, Propädeutika, Self-Assessments, etc.) entwickelt worden, die jedoch häufig nur zeitlich begrenzt (gekoppelt an die Projektlaufzeit) angeboten werden konnten. Wir sehen unsere aktuelle Aufgabe vor allem darin, die nachhaltige Verankerung von Angeboten und Maßnahmen durch die Förderung einer entsprechend ganzheitlichen Gestaltung der Studienorganisation voranzutreiben.

Außerhochschulisch erworbene Kompetenzen anrechnen

Im Zusammenhang mit der Öffnung der Hochschulen für neue Zielgruppen gewinnen die Themen der Anerkennung und Anrechnung von beruflichen Kompetenzen und Abschlüssen an Hochschulen zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit dem Kompetenzbereich Anrechnung widmen wir uns seit vielen Jahren der Entwicklung und Beratung zur pauschalen Anrechnung von außerhochschulisch erworbenen Qualifikationen und individueller Anrechnung von Kompetenzen. Im Rahmen der bisherigen Arbeit wurden unterschiedliche Instrumente und Verfahren für die Anrechnungen entwickelt, z. B. der Modul-Level-Indicator (MLI), der in Äquivalenzvergleichen angewendet wird und die Portfoliomethode bzw. die Weiterentwicklung zur Erstellung von Lern- oder E-Portfolios.