Die Geschichte des Wolfgang Schulenberg-Instituts

Das Wolfgang Schulenberg-Institut für Bildungsforschung und Erwachsenenbildung (ibe) wurde 1986 von Mitgliedern der Universität und Vertretern von Verbänden der Niedersächsischen Erwachsenenbildung gegründet. Mit dem Institut wurde ein Ort der Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Hochschule geschaffen.

Der Namensgeber: Wolfgang Schulenberg

Foto Wolfgang Schulenberg

 Wolfgang Schulenberg
 (1920-1985)

Wolfgang Schulenberg war Wegbereiter und maßgebender Vertreter der sozialwissenschaftlichen Bildungsforschung. Nach Promotion mit einer Arbeit über Ansatz und Wirksamkeit der Erwachsenenbildung bei H. Plessner und E. Weniger an der Universität Göttingen ("Hildesheim-Studie", 1956) war er am dortigen Sekretariat für auswärtige Seminarkurse tätig.

1961 nahm er einen Ruf als Professor für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg (ab 1973 Universität Oldenburg) an und wurde 1969 erster Rektor der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen. Seine gemeinsam mit Willy Strzelewicz und Hans-Dietrich Raapke durchgeführte Untersuchung zu den Bildungsvorstellungen und -aktivitäten in Westdeutschland (erschienen 1966 unter dem Titel "Bildung und gesellschaftliches Bewusstsein") gilt als Leitstudie für spätere empirische Erhebungen zur Erwachsenen- und Weiterbildung.

Schulenberg selbst setzte diese Arbeit fort mit Projekten zu den "Sozialen Faktoren der Bildungsbereitschaft Erwachsener" (1978) und der Untersuchung "Beruf und Studium" zu Bildungsmotiven und Studienerfahrungen von Studierenden ohne Reifezeugnis (zusammen mit Andrä Wolter u.a., erschienen 1986).

In seiner Tätigkeit integrierte Schulenberg Forschung und Lehre mit praktischer und bildungspolitischer Wirksamkeit, dokumentiert etwa in seiner Mitwirkung in der Niedersächsischen Studienkommission zur Entwicklung eines Erwachsenenbildungsgesetzes in den 60er Jahren, dem Gutachten zur "Erwachsenenbildung in Niedersachsen" (gemeinsam mit J. H. Knoll und F. Pöggeler, 1982) sowie der Wahrnehmung von Aufgaben in Gremien der Erwachsenenbildung (Pädagogischer Beirat beim Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens u.a.).

Das Wolfgang Schulenberg-Institut

Nach der Gründung des Instituts lag der Schwerpunkt der Aktivitäten auf dem Aufbau eines Archivs und Projekten zur Geschichte der Erwachsenenbildung. Insbesondere der Wieder- bzw. Neuaufbau demokratischer Bildungsinstitutionen nach 1945 stand im Fokus der Arbeiten. Die Vorhaben befassten sich u.a. mit: der Sicherung von Oral-History-Quellen (Zeitzeugenbefragungen), der Geschichte der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen und der Sicherung und Erschließung von wissenschaftlichen Nachlässen (z.B. Wolfgang Schulenberg, Willy Strzelewicz, Fritz Borinski) und historischem Schriftgut der niedersächsischen Erwachsenenbildung. Weiter wurden ein breites Rechercheprojekt zu den Archivalien der Erwachsenen-/Weiterbildung der DDR (gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Friedrich-Schiller-Universität Jena) sowie eine große Quellenstudie zur Rekonstruktion der Genese pluraler Strukturen in der niedersächsischen Erwachsenenbildung durchgeführt, beides gefördert von der VolkswagenStiftung (Gierke/Loeber-Pautsch, 2000).

Zunehmend befasste sich das Institut dann mit aktuellen Fragen der Erwachsenen-/Weiterbildung und nahm Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung, Beratung und Evaluation wahr, zunächst  zu Fragen der Qualitätssicherung und der Novellierung des niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetzes (von Felden/Gierke 1995), dann in Kooperationsprojekten, gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Weiterbildung und Bildungsmanagement und dem Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg, beim Aufbau von berufsbegleitenden Studienangeboten in der wissenschaftlichen Weiterbildung und der Entwicklung von Maßnahmen zur Öffnung der Hochschule für nichttraditionelle Studierende. Mehr dazu unter Projekte.